Ein Hoch auf die Jugend!

170321_Theater_Premiere (6)

Gestern war ich zu Gast beim Mädchenbildungszentrum in Pforzheim (www.maedchenbz.de). Aufgeführt wurde das Theaterstück „Schöner Wahn“.
Darum ging es: Schönheitswahn, Ideale, Unzufriedenheit, Ablenkung und die Frage: „Was fehlt uns eigentlich? Wir müssten doch zufrieden sein!“ – Das beschäftigt Elli, eine junge Frau allein mitten in ihrem Gefühlschaos. Gresa Xhaka, Ferda Uguz und Stefanie Zelinka (14, 17 und 20 Jahre alt) stellen eindrücklich dar, wie genormte Schönheitsideale das Leben junger Frauen beeinflussen und mit welchen Widersprüchen sie in ihrem Lebensalltag zu kämpfen haben. Die Schauspielerin Selda Vogelsang hat die Theatergruppe, an der insgesamt 16 Mädchen teilgenommen haben, geleitet und das Stück für die Mädchen geschrieben. (so die hausinterne Ankündigung des Stückes).

Ich kann Ihnen sagen, ich war und bin  noch immer sehr begeistert!So oft gibt es doch negative Ansichten über DIE Jugendlichen, die es natürlich genauso wenig  gibt wie DIE Erwachsenen. Hängen nur am Handy rum, engagieren sich nicht, haben kein Durchhaltevermögen. Dann reden wir doch einfach mal über DIE anderen Jugendlichen. Und drei davon durfte ich gestern erleben. Mit welchem Engagement die drei bei der Sache waren,  die Gestik, der Ausdruck in Ihren Augen und die Texte saßen. Die Botschaften des Stücks waren super – auch für Erwachsene lehrreich.
Als eine der Dreien ein englisches Lied sang, bekam ich Gänsehaut. So wunderbar war Ihre Stimme. Und es gehört ja schließlich auch ne ganze Portion Mut dazu sich vor Publikum zu stellen. Wer von uns kennt das Herzklopfen nicht vor Vorstellungsrunden oder Präsentationen.

Ich durfte bislang schon viele engagierte und tolle Jugendliche kennenlernen von denen sich so mancher Erwachsene einen Portion abschneiden kann. Einige davon als ich beruflich Ausbildungsplätze vermittelte z.B. der junge Mann der vor der Schule morgens täglich Zeitungen austrug oder ein anderer der in kurzem Zeitraum beide Eltern verlor und nun das Leben mit einem kleinen Bruder hinbekommen muss. Er kam übrigens  als einer der bestgekleideten Jungs zu unserem Gesprächstermin. Saubere Schuhe, schwarze Hose, weißes Hemd, knitterfrei. Und solche Beispiele gibt es viele. Doch dazu ist der Blick hinter die Noten notwendig und Vertrauensaufbau. Ich durfte dabei auch sehr viele engagierte Erwachsene, sei es weibliche oder männliche Lehrer, Ausbilder, Sozialpädagogen usw. kennenlernen. So wie es diese auch beim Entstehen des Theaterstücks gab.

Ich habe selbst, mit einigen Anderen zusammen, ein paar Jahre lang eine Mädchenfussball-Abteilung wieder aufgebaut und eine Mannschaft trainiert. Diese Zeit gehört zu den wunderbarsten Zeiten in meinem Leben. Kostbar, durch die Aufgabe die mir großen Spaß machte und kostbar vor allem durch die verschiedenen Charaktere aus denen so eine Mannschaft besteht. Die Spielführerin, die gute Seele, die Spaßmacherin, die Unterstützerin, die Torschützenkönigin. Und a propos Durchhaltevermögen. Viele davon spielen noch immer, jetzt in der Frauenmannschaft.
Und damit möchte ich noch einen kleinen Appell an Sie richten: es gibt welche,  die sagen: ich kann Samstags nicht auf dem Fußballplatz stehen, ich muss arbeiten oder Wichtiges erledigen und es gibt welche die sagen: ich kann Samstags nicht arbeiten oder Wichtiges erledigen, ich gehe auf den Fußballplatz!

Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihre Sandra Plazibat

P.S. Das Foto wurde von der Geschäftsführung des Mädchenbildungszentrums zur Verfügung gestellt

 

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