Eine Doktorarbeit schreiben und wie aus einem Traum ein Ziel wird

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Vor kurzem saß ich mit meinen Freundinnen zusammen. Die Coachin unter uns sagte „Während der Schulzeit haben wir zu Lehrern oder jemand mit Doktortitel voller Respekt oder Ehrfurcht aufgeschaut. Und jetzt haben wir diese Berufe mitten unter uns.“ Und die Kriminaloberkommissarin unter uns ergänzte „Und siehe da, es sind auch nur Menschen.“ Und die Lehrerin sagte: „Respekt vor Lehrern, schön wärs!“.

Im heutigen Blogbeitrag hat sich die Freundin, welche sich den Doktortitel erarbeitet hat, zu einem Interview bereit erklärt.

Ich verfolge mit dem Artikel das Ziel, dass Sie von Ihren Erfahrungen profitieren können, Wissen hinzugewinnen, was eine Doktorarbeit bedeutet und einen sehr persönlichen Eindruck gewinnen, welche Leistung dahintersteckt.

Da das Interview viele Informationen birgt, werde ich es auf 3 Erscheinungen im Februar aufteilen. Ich wünsche eine gute Lektüre von Teil1 !

Claudi, wie kamst du dazu eine Doktorarbeit zu schreiben?

Das kam durch meine Diplomarbeit. Ich habe viel Literatur gelesen, unter anderem auch Doktorarbeiten. Von denen haben es mir ein paar besonders angetan und ich dachte: Boah, sowas will ich auch mal schreiben! Und je öfter ich darüber nachdachte im Laufe der Diplomarbeit, desto gefestigter wurde mein Wunsch. Bis zum Ende der Diplomarbeit war für mich klar, ich werde irgendwann promovieren.

Anreiz war für mich der Gedanke ein umfangreiches Problem von vorne bis hinten zu bearbeiten und eine Lösung zu finden. Nicht nur einen Teilbereich wie bei der Diplomarbeit. Außerdem hatte ich erlebt, dass ich gerne schreibe und formuliere. So entstand dieser Traum und aus dem Traum wurde ein Ziel.

Wie war dein Weg zur Doktorarbeit und was sind die Anforderungen daran?

Wie genau ich mein Ziel erreichen kann, war am Anfang bei mir noch gar nicht klar. Viele Wege habe ich erst während meiner Doktorandenzeit kennengelernt. Vor dieser Zeit war ich der Meinung, dass ich mir eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität suchen muss, um aus dieser Stelle heraus zu promovieren. Aufgrund meiner örtlichen Gebundenheit gab es jedoch wenige Universitäten und noch weniger Stellen. Dann beschloss ich mich auf Stellen in einem Wirtschaftsunternehmen zu bewerben und von dort meinen Weg zu suchen. Glücklicherweise ist mir das nicht gelungen: Die meisten Doktoranden, die ich kennengelernt habe, haben an einem Lehrstuhl gearbeitet und nur ein Einziger war für ein Wirtschaftsunternehmen tätig und hat in Kooperation mit einem Forschungsinstitut seine Doktorarbeit geschrieben.

Letztlich sah ich zufällig eine Stellenanzeige für ein Forschungsprojekt an einer Hochschule. Gleichzeitig boten diese die Möglichkeit zur kooperativen Promotion. Kooperative Promotion deswegen, weil die Promotion über eine an dem Forschungsprojekt beteiligte Universität möglich war.

Es gibt bestimmte Voraussetzungen für die Doktorarbeit, dies sind: ein passender Hochschulabschluss und eventuell ein bestimmter Notendurchschnitt, außerdem ein betreuender Professor. Ich erinnere mich an ein Formblatt mit Vorgaben zu Beginn. Am besten beim jeweiligen Promotionsausschuss der Universität nachfragen.

Am Ende muss man seine Arbeit mündlich verteidigen-in meinem Fall ein Vortrag von 30 Minuten und eine Stunde Fragen zum Thema – und die Doktorarbeit veröffentlichen, um später den Titel tragen zu können.

Natürlich benötigt man ein Thema über das man schreibt. Da ich in einem Forschungsprojekt tätig war, war klar, dass mein Thema an das Forschungsprojekt angelehnt ist. Doch es war nicht einfach das eigentliche Thema festzulegen und den Themenbereich genau abzugrenzen. Der Titel änderte sich im Laufe der Doktorarbeit auch immer wieder. Letztlich ist es folgender geworden: „Entscheidungsunterstützung für ein operatives Supply Chain Risikomanagement – Entwicklung situationsgerechter Handlungsempfehlungen zur Risikobewältigung in Logistikknoten am Beispiel von Güterverkehrszentren.“ Puuh.

Einen Mindestumfang gibt es nicht. Meine Arbeit hatte letztlich rund 240 Seiten. Mit Anhängen und allem Drum und Dran 320 Seiten.

Kommentar von workandsoul:

Wenn Ihnen dieser Teil gefallen hat, dann können Sie ab 15. Februar den Teil 2 hier lesen. Darin wird Claudi von ihren persönlichen Rahmenbedingungen und von den Licht- und Schattenseiten der Doktorarbeit berichten.

Bei dem Bild handelt es sich um den Aussichtsturm „Hohe Warte“ in Hohenwart bei Pforzheim. Er ist insgesamt 40 Meter hoch und hat 192 Stufen. Für mich ein sehr passendes Bild zur Doktorarbeit.

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